Virtuelle Realität versetzt Wagi-Besucher ins Schlieren von 1902

Schlieren ZH - Das Wagi-Museum setzt auf modernste Methoden, um Besuchern die Vergangenheit anschaulich zu machen. Über eine Anwendung für virtuelle Realität wird der Besucher in die Rolle eines Wagi-Arbeiters im Jahr 1902 schlüpfen können.

Virtuelle Realität (VR) und die entsprechende VR-Brille sollen den Besucher in die Gründungszeit der Wagen- und Wagonsfabrik Schlieren versetzen, informiert der Verein HistoricSchlieren in der entsprechenden Mitteilung. Über die VR-Anwendung schlüpft man in die Rolle von Carl Meyer im Jahr 1902. Carl Meyer ist keine fiktive Person, sondern ein damals tatsächlich im Werk beschäftigter Arbeiter, wie Einträge im historischen Lohnbuch der Fabrik aufzeigen. 

Für die VR-Anwendung soll zunächst einmal die Montagehalle I und ein Teil des Werksareals als computergenerierte, interaktive Umgebung erstellt werden. HistoricSchlieren lässt dazu rund 150 Fotografien und Glasplatten von damals sichten und erfassen. Die Anwendung soll dabei sogar Audio- und Geschmackskomponenten beinhalten. 

„Wir wollen den Zustand der Fabrik um 1902 so authentisch wie möglich darstellen“, wird Patrick Bigler vom Historischen Erbe der Wagonsfabrik Schlieren dazu in der Mitteilung zitiert. Mit der Umsetzung des Projekts werde eine auf VR spezialisierte Schweizer Firma beauftragt. 

Bis es soweit ist, wird nach Schätzung des Vereins aber noch mindestens ein Jahr vergehen. Zunächst einmal hat HistoricSchlieren sein Projekt bei einem nationalen Ideenwettbewerb des Bundesamts für Kultur (BAK) eingereicht. hs