Sommerwärme im Winter nutzen

Bern/Schlieren ZH - Wärme gibt es im Sommer genug, im Winter wird sie gebraucht. Die Lösung der Schlieremer BS2 AG macht die Nutzung der Sommerwärme im Winter möglich, wie ihr CEO Marc Bätschmann bei einer Veranstaltung von swisscleantech erläutert hat.

Gebäudetechnik kann dazu beitragen, eine der grossen Herausforderungen der Energiewende zu lösen: die Speicherung von Sommerenergie für den energieärmeren Winter. „Ein zeitgemässes Gebäude muss emissionsfrei betrieben werden“, sagte Marc Bätschmann, Geschäftsführer der BS2 AG in Schlieren ZH, an der Veranstaltung „Gebäudetechnik der Zukunft: Hightech bis unters Dach“ des Wirtschaftsverbandes swisscleantecham Mittwoch. „Die Frage ist, wo die Energie am kältesten Tag des Jahres herkommt.“ BS2 bietet dafür hocheffiziente Wärmepumpensysteme. Diese speisen im Sommer Sonnenwärme in den Untergrund und holen sie im Winter heraus – und das gern auch im Verbund mehrerer Gebäude.

Allerdings seien die Kosten ein Thema. „Wenn das für den einzelnen Gebäudebesitzer nicht wirtschaftlich ist, dann wird sich das nicht durchsetzen“, so Bätschmann. Umso wichtiger sei es, dass die Investoren nicht nur die Investitionen selbst im Blick hätten, sondern auch die Lebenszykluskosten. Ein anderes Thema sei die Akzeptanz, vor allem dann, wenn die Lösungen an der Gebäudehülle sichtbar würden. 

Wie Lösungen von BS2 zur Wirtschaftlichkeit beitragen, zeigt laut Bätschmann auch die sogenannte Airbox der Firma: Das dezentrale Lüftungssystem erlaube den Einbau auch in die Fassade. Das spare Platz und habe etwa im Fall des Limmattowers erlaubt, ein Stockwerk mehr zu bauen.

BS2 wurde 2004 vom ETH-Professor Hansjürg Leibundgut gegründet, der auch heute noch im Verwaltungsrat sitzt. Leibundgut hatte in einer Zeit, die von Diskussionen über die Energieeffizienz und über Gebäudeisolierungen geprägt war, auf den Überfluss vorhandener Energien etwa im Untergrund hingewiesen.

BS2 gehört auch zu den Gründungsmitgliedern der Allianz 2SOL. Diese Allianz, die wie BS2 im Building Technology Park in Schlieren ansässig ist, will Bauherren, Architekten, Planer, Installateure und anderen Interessierten dabei helfen, den CO2-Ausstoss des Schweizer Gebäudeparks zu senken. stk